| Um 1890 entstanden Ideen, die Kreise Bielefeld und Herford durch ein
Netz von Schmalspurbahnen zu erschließen. Diese sollten in Anlehnung
an die Wallücke-Bahn in 600mm Spurweite erbaut werden. Im November
1897 beschloß der Bielefelder Kreistag den Bau einer Schmalspur
nach Enger mit einer Nebenstrecke von Schildesche nach Werther. Ein Jahr
später erhielt man vom Regierungspräsidenten in Minden die Konzession.
Bestandteil war ein Gemeinschaftsbahnhof mit der geplanten Herforder Kleinbahn
in Enger.
Doch änderten inzwischen die Herforder Kleinbahnen ihre geplante
Spurweite auf 1000mm. So blieb den Bielefeldern nichts anderes übrig,
als ihre Pläne zu überarbeiten und eine Konzessionsänderung
zu beantragen. Der Bau begann dann zügig und am 1. April 1901 konnten
beide Strecken in Betrieb genommen werden.
In Bielefeld wollte man eine direkte Verbindung nach Bad Salzuflen schaffen.
Außerdem bemerkte die BK bald, daß der fehlende Staatsbahnanschluss
in Bielefeld von Nachteil war. Bis 1909 wurde die Strecke über Heepen
nach Eckendorf in Betrieb genommen. Zu einer Weiterführung nach Bad
Salzuflen sollte es nicht mehr kommen. Ein Jahr später war der neue
Kleinbahnhof an der Eckendorfer Straße fertig. Hier bestand Anschluss
an die Anlagen der Staatsbahn.
Die Eckerndorfer Strecke aber entwickelte sich zu einem Sorgenkind. So
erfolgte bereits am 31.Mai 1922 die Einstellung der Bahn und deren Abbau.
Dagegen wurde die BK Eigentümer zahlreicher Gleisanschlüsse
in Bielefeld in Normalspur. Außerdem wurde 1926 eine normalspurige
Güterstrecke in das Sudbrackgebiet errichtet.
Bereits in den 50er Jahren kam das Ende der Strecken der BK. Die Entwicklung
hatte der damalige Kreisrat in Bielefeld persönlich beeinflusst.
Am 31.Februar 1954 wurde der gesamte Personenverkehr eingestellt. Der
Güterverkehr nach Enger folgte 1955, der nach Werther 1956. Eine
geplante Übernahme von Teilstrecken durch die Stadtwerke in Bielefeld
verhinderte der Kreisrat. Die normalspurigen Anlagen übernahm die
DB. Auch diese Anlagen sind in den letzten Jahren langsam verschwunden.
Nur ein Gleisanschluss existiert noch an der Eckendorfer Straße,
aber auch dieser ist ohne Verkehr. |