Weitgehend unbekannt geblieben ist diese bereits
1874 eröffnete Schmalspurbahn. Hintergrund für den Bau
dieser Bahn waren die im Raum Adorf, Fürstentum Waldeck, gelegenen
Erzvorkommen. Als um 1870 die Hauptabnehmerin des Eisenerzes, die
Aplerbecker Hütte, modernisiert wurde, kam es zu den Plänen,
die Erzbrube mit dem im Bau befindlichen Bahnhof Bredelar zu verbinden.
Nach mehreren Anläufen wurde die Bahn 1873 genehmigt.
Die Konzession erhielt die Rhene-Diemel-Thal-Grubeneisenbahn. Bereits im
März 1874 erfolgte die Eröffnung bis zur Grube Eckefeld, gut ein
Jahr später wurde das Reststück bis zur Grube Martenberg eröffnet.
Die Bahn war etwas mehr als 11 Kilometer lang und erschloß fünf
Gruben.
Durch die starke spanische Konkurrenz Mitte der Achtziger Jahre mußte
die Martenberger Grube schließen. Um die Einnahmeausfälle zu
kompensieren, wurde schließlich eine Konzession als öffentliche
Eisenbahn beantragt. Diese wurde 1882 erteilt. Um 1890 wurde die Martenberger
Grube wiedereröffnet. Außerdem fuhr die Bahn etwa ab diesem Zeitpunkt
auch Personenzüge. 1917 wurde die Grube Martenberg erneut aufgegeben,
1921 folgte als letzter Anschließer die Grube Christiane. Damit war
das Ende der Bahn gekommen, die schließlich 1923 stillgelegt und abgebaut
wurde. 1925 gab es Bestrebungen zur Wiedereröffnung als Grubenbahn,
doch wurde nichts daraus.
1936 pachteten die Mannesmann Werke die Grubenfelder der Gewerkschaft Christiane
für 25 Jahre. Ab August 1939 wurden auf dem alten Gleiskörper
wieder Gleise verlegt, diesmal in 900mm Spurweite. Die Inbetriebnahme fand
im Juli 1940 statt. Außerdem hatte man in Bredelar eine Verladeanlage
errichtet, mit der man die Erze direkt in die Reichsbahnwagen kippen konnte.
Die Erzförderung endete im Jahre 1963. Ein Jahr später wurde die
Bahn ein zweites Mal abgebaut.