Auf dem Gebiet von Malbergen war bereits zuvor ein großes
Grundstück erworben worden, daß deutlich verkehrsgünstiger
lag, als der alte Standort. Um den Transport von den Lagerstätten
am Hüggel kostengünstig durchführen zu können,
sollte eine Schleppbahn errichtet werden. Jedoch formierten sich
die Bahngegner und verhinderten deren Bau.
Während bereits 1858 der erste neue Hochofen in Betrieb ging,
wurde bis 1862 um die Genehmigung der Bahn gerungen. Die Konzession
wurde schließlich für eine öffentliche Eisenbahn
erteilt, die aber mit der Auflage verbunden war, die Strecke bis
1864 in Betrieb zu nehmen. Nur die öffentliche Eisenbahn ermöglichte
es der Hüttengesellschaft, den notwendigen Grund über
Enteignungen zu erwerben.
In dieser Zeit wurde die geplante Hamburg-Venloer Bahn konkret.
Daher versuchte die Hüttengesellschaft, ihre Interessen bei
der Planung mit einzubringen. Da sich aber der Bau verzögerte,
begann man 1864 mit dem Bau der Strecke vom Rothenberge am Hüggel)
zum Werksgelände. 1864 war bereits das erste Teilstück
in Betrieb, die Gesamtstrecke aber war erst 1866 fertig. Für
den für die Konzession notwendigen öffentlichen Bahnbetrieb
wurde zunächst den Güterzügen ein offener Personenwagen
mitgeführt. Erst mit dem Anschluß nach Hasbergen änderte
sich diese Situation.
Zwischen 1868 und 1869 wurden die Details für die Anschlussbahn
nach Hasbergen an die zu bauende Hamburg-Venloer Bahn festgelegt.
Die Regelung beinhaltete auch eine Vereinbarung mit der Cöln-Mindener
Eisenbahn auf eine vorzeitige Fertigstellung der Teilstrecke Hasbergen
- Osnabrück. Im Frühjahr 1870 begannen die Arbeiten und
bereits im August 1870 rollten die ersten Züge der GMBV nach
Osnabrück. Ein Jahr währte dieser Zustand, bevor die Gesamtstrecke
Osnabrück - Münster in Betrieb ging. 1871 durfte der öffentliche
Verkehr auf der Hüggelbahn aufgegeben werden. Dafür mußte
nun für die Strecke Hasbergen - Georgsmarienhütte Personenverkehr
angeboten werden.
Zwischen 1879 und 1881 wurde die Bahn vom Hüttenwerk um etwa
3 Kilometer östlich bis zum Ottoschacht bei Borgloh verlängert.
Diese Bahn ging 1886 in die Strecke Osnabrück - Brackwede auf.
Seit 1893 bestand dann ein eigener Anschluß an die Nebenbahn.
1966 endete die Erzförderung am Hüggel, da die Lagerstätten
weitgehend erschöpft waren. Bedingt durch die Krise bei der
Stahlindustrie kam es 1978 zur Übernahme der GME durch den
Landkreis Gütersloh. Die Eisenbahn wurde in die Wittlager Kreisbahn
integriert. Damit verbunden war die Einstellung des Personenverkehrs
am 1. Oktober 1978. Sechs Jahre später wurde die Hüggelbahn
stillgelegt, 1985 dann abgebaut. Nachdem das Stahlwerk wieder rentabel
arbeitete, wurde 1997 die Bahn wieder von dem Hüttenwerk zurückgekauft.
Damit wurde als neue Bahn die GET, Georgsmarienhütten Eisenbahn
und Transport GmbH, gegründet |