Die Planungen für die Bahn gehen in die 90er Jahre des 19.
Jahrhunderts zurück. In dieser Zeit wurden Pläne zum Bau
eines mehr als 100 Kilometer langen Kleinbahnnetzes verfolgt. Am
14. Juni 1898 wurde die Herforder Kleinbahnengesellschaft mbH
gegründet. Die zunächst favorisierte Spurweite von 600
mm wurde nach längeren Streitigkeiten zugunsten der Meterspur
aufgegeben. Geplant war eine Verbindung über Spenge nach Melle,
die in Enger einen Gemeinschaftsbahnhof mit der Bielefelder Kreisbahn
haben sollte. Jedoch konnte die Bahn nur bis zur Landesgrenze von
Westfalen bei Wallenbrück geplant werden.
Nach relativ kurzer Bauzeit fuhr im August 1900 der erste Zug von
Herford Kbf nach Enger, einen Monat später ging die Strecke
bis Wallenbrück in Betrieb. Zwei Jahre später ging der
erste Abschnitt der Strecke in Richtung Vlotho in Betrieb. Am 1.
August 1902 fuhr der erste Zug bis Bad Salzuflen-Kurpark. Im Mai
1903 war die Bahn schließlich bis Vlotho Kbf fertig gestellt.
Im Oktober 1903 folgte die Verbindung von Vlotho Kbf zum Weserhafen.
Zwischen 1914 und 1915 wurde der Kleinbahnhof in Herford verlegt,
da er dem viergleisigen Ausbau der Cöln-Mindener Eisenbahn
im Wege stand. In den Jahren 1927 bis 1931 übernahm das Elektrizitätswerk
Minden-Ravensberg GmbH (EMR) die Bahn. 1929 begann die Elektrifizierung
der Bahn zwischen Herford-Bergertor und Wallenbrück mit 1500
Volt Gleichstrom. Am 26. Juni 1930 fuhr der erste elektrische Triebwagen.
Zwischen Oktober 1931 und August 1933 folgte die Strecke nach Vlotho.
Um 1940 wurde im Raum Exter eine Neubaustrecke begonnen.
Im Februar 1946 stürzte die Hansabrücke in Herford durch
Hochwasser ein. 1947 konnten die normalspurigen Anschlußgleise
in Herford in Betrieb genommen werden. Die Hansabrücke war
bis Mai 1949 wieder befahrbar.
In den 60er Jahren lief die Konzession für die Herforder Kleinbahnen
aus. Der Kreis Herford hatte kein Interesse an einer Weiterführung.
So endete im April 1962 der Verkehr zwischen Exter und Vlotho. Die
Strecke wurde anschließend abgebaut. Bereits im November des
gleichen Jahres wurde der Verkehr bis Herford-Bergertor zurückgenommen.
Als Nächstes endete ein Jahr später der Personenverkehr
zwischen Wallenbrück und Spenge. 1964 stellte man den Personenverkehr
zwischen Herford-Bergertor und dem Kleinbahnhof ein. Im März
1965 fuhr der letzte Zug zwischen Wallenbrück und Spenge, anschließend
folgte der Abbau. Am 22. April 1966 endete der Restverkehr zwischen
Enger und Herford Kbf. Die Strecke wurde anschließend abgebaut.
Auf weiten Teilen der Trasse kann man heute gemütlich mit dem
Fahrrad fahren. In Enger hat sich das Kleinbahnmuseum
Enger gegründet, daß die Erinnerung an die Bahn aufrechterhält. |