Zur Erschließung des Kreisgebietes beschloß der Kreisausschuß
in Minden am 24. Oktober 1896 den Bau einer Kleinbahn Minden - Petershagen
- Uchte. Zwar war es Wunsch des Kreises, daß die Weserbrücke
von der Preußischen Staatsbahn gebaut werden sollte, aber
nachdem diese abgewinkt hatte, begann man 1897 selbst mit dem Bau
der Linie. Am 4. Dezember 1898 konnte die etwa 29 Kilometer lange
Bahn als Meterspurstrecke in Betrieb genommen werden. Noch 1897
hatte der Kreistag weitere Strecken beschlossen.
Doch sollten einige Jahre ins Land ziehen, ehe die Strecke nach
Lübbecke in Angriff genommen werden konnte. Zahlreiche Anlieger
wollten keinen Grund für den Bahnbau zur Verfügung stellen.
So erfolgte eine provisorische Eröffnung am 1. September 1903
zunächst nur bis Eickhorst. Erst im Sommer 1907 folgte die
Reststrecke bis Lübbecke. Als dritte Bahnlinie sollte eine
weitere Strecke nach Rahden gebaut werden. Mit dem Bau der Staatsbahnstrecke
Rahden - Uchte durch Preußen sah der Kreis keine Notwendigkeit
mehr. Jedoch hatten sich Friedewalde, Nordholz und Wegholm bereits
auf die Bahn eingestellt. So wurde die Bahn bis Wegholm doch noch
1912 genehmigt und bis August 1915 in Betrieb genommen. Diese kürzeste
MKB-Strecke war 10,3 Kilometer lang.
Bereits aus dem Jahre 1910 stammen konkrete Pläne, die Erzgrube
in Kleinenbremen an den neuen Kanal in Minden anzubinden. Der erste
Weltkrieg verhinderte zunächst die Baupläne. Erst im Juli
1918 wurde die Kleinbahnstrecke bis Nammen eröffnet. Aber erst
1921 erfolgte die Verlängerung bis Kleinenbremen. In den Jahren
1915 und 1916 entstanden die Hafenbahngleise, wobei die Anschlüsse
zum Osthafen mit einem Dreischienengleis ausgestattet wurden. Zu
erwähnen ist auch die in dieser Zeit erbaute Bahn Minden -
Bückeburg, die in Notthorn von der MKB-Linie nach Nammen abzweigte.
Sie wurde im Mai 1918 durch die Bad Eilsener Kleinbahn als Normalspurstrecke
eröffnet. Doch bereits 1922 wurde diese Verbindung wieder abgerissen.
Zwischen dem 1. Dezember 1922 und dem 1. Februar 1925 war der Personenverkehr
auf dem Ast nach Wegholm wegen Unrentabilität eingestellt.
Nach heftigen Protesten wurde er schließlich wieder eingerichtet.
1924 wurde auf dem Streckenabschnitt bis Meißen ein zusätzliches
Normalspurgleis verlegt. Die Meißener Kohlengrube brauchte
größere Beförderungskapazitäten. 1925 begann
auch auf der Strecke nach Uchte der Umbau, bis 1929 erreichte das
Dreischienengleis Petershagen. Auf Veranlassung der Nationalsozialisten
wurden die Erzgruben in Nammen und Kleinenbremen erweitert. Hierzu
wurde auch die MKB-Strecke 1936 mit einem Normalspurgleis versehen.
Der Personenverkehr lief aber weiter auf Meterspur.
Ende der 40er Jahre wurde der völlig abgewirtschaftete Abschnitt
von Petershagen nach Uchte in Normalspur wiederhergerichtet und
das Meterspurgleis zwischen Kutenhausen und Petershagen ausgebaut.
Obwohl die Strecke nach Wegholm zunächst stillgelegt werden
sollte, erfolgte nach zahlreichen Protesten zum August 1953 der
Umbau auf Normalspur. Obwohl auch für die Strecke nach Lübbecke
zunächst eine Teilstillegung angedacht war, erfolgt 1956/57
der Umbau auf Normalspur, dabei wurde die Strecke in Lübbecke
auf etwa 2 Kilometer neu trassiert
Doch bereits am 1. November 1959 wurde der Personenverkehr zwischen
Kutenhausen und Wegholm eingestellt, zum 31. Dezember 1962 folgte
der Personenverkehr zwischen Minden und Kleinenbremen. Zum 30. September
1974 wurde schließlich der Personenverkehr auf den restlichen
Strecken aufgegeben. Trotzdem verkehrte ab 1972 im Gelegenheitsverkehrs
der Bierxpress, der aber im November 1998 als Mühlenexpress
das letzte Mal verkehrte.
Zum August 1974 wurde der nicht mehr befahrene Abschnitt Hille -
Lübbecke stillgelegt und abgerissen, Ende 1975 folgte die immer
schwache Strecke Kutenhausen - Wegholm. Ende 1977 wurde der Verkehr
in Niedersachsen zwischen Kreuzkrug und Uchte aufgelassen, bereits
1979 folgte der Abschnitt Kreuzkrug - Todtenhausen. 2007 wird der
schon lange nicht mehr genutzte Restabschnitt von Minden Oberstadt
nach Todtenhausen voraussichtlich abgebaut werden.
Aktuelle Informationen über die Mindener
Kreisbahn (mkb)
Auf den alten Kreisbahnstrecken fährt die Museumseisenbahn
Minden (MEM) von ihrem Domizil in Minden Oberstadt aus regelmäßig
Museumszüge. Weitere
Informationen. |